Mit Vollgas in den Hunger. Brot statt Agrotreibstoffe!

Vor dem Hintergrund von Energieknappheit und Klimaerwärmung werden so genannte Biotreibstoffe von Regierungen und multinationalen Unternehmen als zukunftsweisende Lösung angepriesen. Dies, obwohl immer mehr Studien und Erfahrungen in Produzentenländern belegen, dass der industrielle Anbau der Treibstoffpflanzen das Klima schädigt, wertvolle Ökosysteme zerstört, zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen führt und die Nahrungsmittelsicherheit von Millionen von Menschen gefährdet.

Vor diesem Hintergrund ist der Begriff «Bio» Augenwischerei, weshalb zivilgesellschaftliche Akteure von Agrotreibstoffen sprechen. Mit einer Kampagne setzen sich verschiedene Schweizer NGOs für ein internationales Moratorium ein und fordern die Schweizer Regierung auf, auf die Steuerbefreiung von Agrotreibstoffen zu verzichten.

Aktuell

Neue Studie zu Addax Bioenergy zeigt problematische Investitionen von Entwicklungsbanken auf

Das Genfer Unternehmen Addax Bioenergy hat sein Bioethanol-Projekt in Sierra Leone gegenüber Investoren als nachhaltiges Projekt verkauft. Darum erhält Addax für mehr als die Hälfte der benötigten Investitionen Gelder von Entwicklungsbanken, auch von der afrikanischen Entwicklungsbank, welche von der Schweiz mitgetragen wird. Eine neue Studie von Brot für alle zeigt auf, dass es gerade bei der Nachhaltigkeit des Projektes grosse Vorbehalte gibt: Die umfassenden Steuererleichterungen für das Unternehmen, die negativen Umwelteinflüsse, der Verbrauch riesiger Wassermengen während der Trockenzeit und die missbräuchlichen Absprachen mit lokalen Autoritäten werfen Schatten auf das Vorhaben. Gerade Entwicklungsbanken müssten die Auswirkungen und Risiken solcher Projekte besser evaluieren, fordert Brot für alle.
Medienmitteiung von Brot für Alle sowie Weitere Infos

Aktuell

61’901 Menschen fordern strenge Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe

Bern, 24. Februar 2011

Petition: Brot! Kein Benzin.

Agrotreibstoffe verschärfen den Hunger und zerstören Tropenwälder. 35 Organisationen und 61'901 besorgte Bürgerinnen und Bürger fordern deshalb mit der heute übergebenen Petition vom Bund strenge Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe in der Schweiz. Die Petition kommt im richtigen Moment: Sie unterstützt einen Gesetzesvorschlag der
Umweltkommission des Nationalrats, der sich in der Vernehmlassung befindet. In Delémont wurden die Pläne für eine Agrotreibstoff-Anlage zurückgezogen.

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Die Kampagne

Mit dem Getreide, das es für 1 Tankfüllung braucht, kann 1 Mensch 1 Jahr lang ernährt werden. 

Agrotreibstoffe verschärfen den Hunger, schädigen das Klima und führen zu Menschenrechtsverletzungen. Zur Kampagne >>

Hintergründe

Wo einst Wald stand, wachsen heute Ölpalmen © SurImages
Wo einst Wald stand, wachsen heute Ölpalmen © SurImages
Immer mehr Studien und Erfahrungen aus Produzentenländern belegen die negativen Auswirkungen der Agrotreibstoffe. Hier finden Sie zahlreiche Studien und Zeitungsberichte aus verschiedenen Regionen der Welt. Hintergründe >> 
"Nie werden wir mit dem grossflächigen Anbau von Energiepflanzen unser westliches Mobilitätsproblem lösen können, dafür verschlimmern wir die Hunger- und Umweltprobleme in den Südländern massiv. Ein weltweiter Stopp dieses Irrweges ist dringend nötig."

Maya Graf, Nationalrätin Grüne, Biobäuerin

Auch Sie können etwas tun

Was Sie tun können um der aktuellen Energie- und Klimakrise entgegenzuwirken:
  • öfter den öffentlichen Verkehr und das Fahrrad benutzen
  • Reisen per Flugzeug einschränken
  • regionale und saisonale Produkte aus fairem Handel bevorzugen
  • Dritte für die Problematik der Agrotreibstoffe sensibilisieren
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