Veranstaltungen

16.09.2009

Weizen im Tank - Roundtable Gespräch

Mittwoch, 16. September, 20.00-22.00, Naturama, Mühlbergsaal, Aarau

Weizen für den Tank - bleibt der Naturschutz auf der Strecke?

Flyer (pdf)

Ausstellung

Lateinamerika und der Rausch der Bioenergie
Von: Eine Welt Netzwerk Thüringen (EWNT) und Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL)

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Offener Brief an den RSPO und den WWF zum "greenwashin" der Palmölindustrie

Gemäss diesem Brief, der von mehr als 80 Organisationen unterschrieben wurde, sind RSPO-zertifizierte Palmölunternehmen in vielen Fällen direkt verantwortlich für Umsiedlungen, Zerstörung von Regenwald und Sumpflandschaften, Verschmutzung von Böden und Wasser und die Verschärfung der Klimaerwärmung. Palmölmonokulturen können nie nachhaltig sein undderen Zertifizierung unterstützt lediglich die Ausbreitung dieser destruktiven Industrie.

Pressemitteilung (engl.)
Offener Brief (engl.)

Neue Studie aus Mosambik: Agrotreibstoff aus Jatropha ist Irrweg

Bern, 19. August 2009

Agrotreibstoffe aus der Jatropha-Nuss sind nicht nachhaltig und verdrängen den Anbau von Nahrungsmitteln. Dies belegt eine neue Studie aus Mosambik, die von der Schweizer Plattform Agrotreibstoffe in Auftrag gegeben wurde. Die Studie erscheint rechtzeitig vor einem wichtigen Entscheid im Parlament über die Initiative Rechsteiner für ein Moratorium für Agrotreibstoffe. Sie zeigt die schwierige Realität für Kleinbauern in Mosambik und belegt damit die Notwendigkeit des Moratoriums. 

Lange Fassung der Studie (Englisch)

Internationale Beobachtungsmission zu Agrotreibstoffen in Kolumbien: schwere Menschenrechtsverletzungen

Stephan Suhner, August 2009

Während die Regierung Uribe weiterhin die Produktion von Agrotreibstoffen aus Ölpalm- und Zuckerrohrplantagen fördert, bleibt die Situation der lokalen Gemeinschaften in den Anbaugebieten prekär. Internationale Beobachter fanden massive Gewaltanwendungen, juristische Verdrehungen und Umweltzerstörung vor.

ask-Monatsbericht August 09

Der grosse Durst der Jatropha

Phil McKenna, Technology Review, 11. Juni 2009

Die viel gepriesene "Wunderpflanze" Jatropha wird von Agrotreibstoffproduzenten als ökologisch korrekte Alternative zu den bisherigen Energiepflanzen ins Feld geführt. Ein beliebtes Argument dafür ist, dass Jatropha auch auf den kargsten Böden gedeiht und somit nicht zu einer Wasserkonkurrenz führt. Eine niederländische Studie bringt nun eine völlig andere Wahrheit ans Licht: damit Jatropha Ertrag bringt, benötigt sie enorme Mengen Wasser, viel mehr noch als andere Energiepflanzen.

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Moratorium für Agrotreibstoffe hat erste Hürde bestanden!

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates hat einer parlamentarischen Initiative Folge gegeben, welche ein fünfjähriges Moratorium für die Einfuhr von Agrotreibstoffen bzw. Rohstoffen zu deren Herstellung fordert. Die Kommission spricht sich für eine restriktive Haltung gegenüber biogenen Treibstoffen aus und möchte nun die gesetzlichen Grundlagen überprüfen. 

Energie aus Pflanzen ja - aber nicht für Sprit

Spiegel online, 8. Mai 2009

Neue Kritik an Biotreibstoffen: Ihre direkte Verbrennung in Motoren ist ineffizient und klimaschädlich, heißt es in einer Studie. Besser sei es, aus Pflanzenmasse Strom zu gewinnen und damit Elektroautos zu betreiben.

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Zertifizierung von Biokraftstoffen kann Umweltgefahren nur teilweise ausschliessen

 Informationsdienst Wissenschaft, PM vom 16. April 2009

Nun wird es auch aus der Wissenschaft bestätigt: die Zertifizierung von Agrotreibstoffen kann die nachhaltige Produktion von importierten nachwachsenden Rohstoffen nur begrenzt sicherstellen. Dies zeigt eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (D) zu den Nachhaltigkeitsanforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU, welche Kriterien für die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und anderen flüssigen Treibstoffen aufstellt.

Pressemitteilung

Landraub für Ethanol in Moçambique

Von Adam Welz, April 2009

Die Agrotreibstoffindustrie in Moçambique wird von staatlicher Seite massiv vorangetrieben. ProCana, ein Grossprojekt zur industriellen und exportgerichteten Produktion von Ethanol aus Zuckerrohr, beansprucht mehr als 30´000 ha (75´000 acres) Land, welches der indigenen Bevölkerung abgerungen wird. Das Projekt bedroht auch bestehende Naturpärke, wie den Transnationalen Park und andere Naturschutzprojekte. Da die Plantagen in trockenem Gebiet aufgebaut werden sollen, ist dafür massive Bewässerung notwendig, wozu der nahegelegene Massingir-Fluss angezapft werden soll.

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Energie vom Acker

 Brot für die Welt et al., Januar 2009

Eine sehr aktuelle und umfangreiche Studie zum Thema Agrarenergie. Aspekte wie Herausforderungen der Klimakrise, Gewinner und Verlierer des Agrotreibstoff-Booms, soziale Folgen, Subventionspolitiken, Zertifizierungsprozesse und Ernährungssicherheit werden diskutiert.

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Konferenz zur Förderung der Agrotreibstoffproduktion in Brasilien

Vom 17. bis 21. November 2008 fand in São Paulo, Brasilien, eine Internationale Agrotreibstoff-Konferenz statt, mit dem Ziel, das mittlerweile angeschlagene Image dieses Produktes aufzupolieren und dessen weitere Expansion zu fördern. Der Roundtable on Sustainable Biofuels (RSB) führte im Rahmen dieser Konferenz einen Expertenworkshop zu Agrotreibstoffen und Landumnutzung durch. Dabei wurde der Wissensaustausch zwischen Experten gefördert und darüber diskutiert, wie der Aspekt der Landumnutzung in Nachhaltigkeitsstandards einbezogen werden kann.

Schlussbericht und Präsentationen

Die weltweite Ernährungskrise und das Recht auf Nahrung

 Von Christophe Golay, CETIM, Dezember 2008

Die Frage nach dem Zugang zu Nahrung ist so aktuell wie nie. Seit dem Ausbruch der Hungerkrise im Frühling 2008 haben die UNO und zahlreiche andere Organisationen Stellung genommen zu den Ursachen und den Mitteln, dagegen anzukämpfen. Paradoxerweise scheint der Versuch des Kampfes gegen Hunger und Unterernährung, basierend auf dem Recht auf Nahrung, der von den Staaten, der FAO und der Zivilgesellschaft seit 1996 gerühmt wird, gerade in dem Moment an Boden zu verlieren, wo er am nötigsten wäre.
(Ausgabe Nr. 3 der Reihe "Cahiers critique" des CETIM, auf französisch, englisch und spanisch)

Agrotreibstoffe der 2. Generation: keine Lösung des Energieproblems.

Das Thema des 36. Ökobilanzen-Diskussionsforums an der EMPA Akademie in Dübendorf waren die zukünftigen Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen. In Fachkreisen scheint niemand der Meinung zu sein, dass die Agrotreibstoffe der 2. Generation in Zukunft grosse Bedeutung erlangen werden oder gar die Lösung unserer Energiekrise darstellen. Die Prognose lautet eher, dass die BtL-Treibstoffe (flüssige Treibstoffe die durch Gasifizierung von Biomasse und anschliessendem synthetischem Prozess hergestellt werden) ein Baustein in einem diversifizierten Energiemodell sein können.

Vorträge des Forums

Nachhaltiges Palmöl aus Kolumbien?

Am 16. Oktober hat in Cartagena, Kolumbien, das erste lateinamerikanische Treffen des RundenTisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) stattgefunden. An vorderster Front mit dabei war Fedepalma, der Verband der kolumbianischen Ölpflanzern. Bereits im Vorfeld haben (kolumbianische) Organisationen daran gezweifelt, dass die Palmölproduktion nun nachhaltig wird.
Erste Zertifizierungen zeigen, dass diese Zweifel nicht unbegründet sind.

Weiteres zur Zertifizierung von Agrotreibstoffen unter Hintergründe global und Europa

Streik der Zuckerrohrarbeiter beendet

Noch am Tag vor der Beilegung des Streiks am 10. November sah es gar nicht nach einer zufriedenstellenden Einigung aus: vor allem die Verhandlungen in der Zuckerfabrik Pichichí waren gezeichnet von Druckausübung, Agressionen und Beschimpfungen gegen die Streikenden. Schliesslich einigten sich die verhandelnden Parteien in 5 von 8 Fabriken auf für die Arbeiter zufriedenstellende Verträge.

Update zum Streik der Zuckerrohrarbeiter im Cauca

Seit mehr als 45 Tagen dauert der Streik der cañeros nun bereits an. Es wurden zwar Verhandlungen mit Regierungsvertretern aufgenommen, die aber zu nichts geführt haben.

Streik der Zuckerrohrarbeiter in Kolumbien stösst auf taube Ohren

Seit einem Monat streiken 14'000 Arbeiter der Zuckerrohrindustrie in den Departementen Cauca und Valle. Sie protestieren damit gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen, die ihnen und ihren Familien kaum das Überleben sichern. Der Forderungskatalog für Verhandlungen wurde dem Verband der Zuckerrohrproduzenten Asocaña am 14. Juli 2008 überreicht. Da Asocaña sich den Verhandlungen verweigerte, begann am 15. September 2008 der Streik. Dieser wird von der Regierung rein als militärisches Problem behandelt und die Streikenden werden diffamiert, bedroht, ihre Proteste mit Gewalt aufgelöst. Seit Streikbeginn gab es über 40 Verletzte.

Nationalratsmehrheit gegen Agrotreibstoffe

Eine in der Herbstsession vom Basler SP-Nationalrat und Swissaid-Präsident Rudolf Rechsteiner eingereichte Parlamentarische Initiative verlangt ein fünfjähriges Moratorium für die Einfuhr von Agrotreibstoffen in die Schweiz. Erstmals findet ein politischer Vorstoss zu diesem Thema eine derart breite politische Unterstützung: 105 Nationalrätinnen und Nationalräte aller Parteien unterzeichneten die Initiative.

FAO-Bericht über Agrotreibstoffe und das Recht auf Nahrung

Ein im Juni 2008 publizierter Bericht der Uno-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) analysiert die Auswirkungen des Agtrotreibstoff-Anbaus auf das Recht auf Nahrung.
"Nie werden wir mit dem grossflächigen Anbau von Energiepflanzen unser westliches Mobilitätsproblem lösen können, dafür verschlimmern wir die Hunger- und Umweltprobleme in den Südländern massiv. Ein weltweiter Stopp dieses Irrweges ist dringend nötig."

Maya Graf, Nationalrätin Grüne, Biobäuerin

Auch Sie können etwas tun

Was Sie tun können um der aktuellen Energie- und Klimakrise entgegenzuwirken:
  • öfter den öffentlichen Verkehr und das Fahrrad benutzen
  • Reisen per Flugzeug einschränken
  • regionale und saisonale Produkte aus fairem Handel bevorzugen
  • Dritte für die Problematik der Agrotreibstoffe sensibilisieren
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